19. Apr. ’07
20:46
von Florian / 1 Reaktion
Jahrelang haben sich die Entwickler des Redmonter Softwaregiganten Microsoft verausgabt, um Anfang diesen Jahres endlich die Veröffentlichung des Betriebssystemgiganten Windows Vista in schätzungsweise 23 unterschiedlichen Versionen zu erreichen. Auch ich habe mich nun überwunden und eine Verpackungsneutrale SB-Version der Ultimate-Edition im Medienfachmarkt meines Vertrauens erstanden. Die Neugier war einfach größer als der Stolz, nur noch [...]
Jahrelang haben sich die Entwickler des Redmonter Softwaregiganten Microsoft verausgabt, um Anfang diesen Jahres endlich die Veröffentlichung des Betriebssystemgiganten Windows Vista in schätzungsweise 23 unterschiedlichen Versionen zu erreichen. Auch ich habe mich nun überwunden und eine Verpackungsneutrale SB-Version der Ultimate-Edition im Medienfachmarkt meines Vertrauens erstanden. Die Neugier war einfach größer als der Stolz, nur noch Mac OS X zu verwenden und Microsoft vollends den Rücken zu kehren. Immerhin will man ja auch seine alten PC-Spiele nicht gleich wegwerfen. Hier nun also eine Sammlung meiner ersten Eindrücke in loser Reihenfolge:
Ein jeder, der keinen brandneuen Rechner mit vorinstalliertem Vista-System sein Eigen nennt, wird sich dieser Prozedur annehmen müssen: Erstinstallation. Da ich die eine oder andere negative Erfahrung mit einem „drübergebügelten“ Windows gemacht habe (auch „Update“ genannt!), entschloss ich mich, die Bestriebssystem-Partition meines Rechners komplett zu formatieren und Vista quasi auf ein jungfäuliches Laufwerk aufzuspielen. Positive Überraschung gleich am Anfang: Microsoft hat es endlich geschafft, einen im Vergleich zu allen Windows-Vorgängern relativ benutzerfreundlichen und grafisch ansprechenden Dialog zu entwickeln, der die anfängliche Festplattenzuweisung und ggf. -partitionierung übernimmt. Auch neu ist die Möglichkeit, sich während des Installationsvorganges vom PC zu entfernen, ohne dass dieser nach fünf von fünfundsiebzig Minuten von einem ach so wichtigen Einstellungsdialog unterbrochen wird. Es ging alles sehr schnell und problemlos über die Bühne.
So, das waren dann auch so ziemlich alle positiven Punkte.
Treiber für eine neue Windowsversion zu finden, wenn der Rechner nicht gerade gestern vom LKW gefallen ist, ist eine reine Zitterpartie. In der Regel bieten zumindest die großen Hardwarehersteller (in meinem Fall z.B. nVidia) zeitnah brauchbare Versionen an, die die gängigsten Funktionen der Hardware unterstützen. Für die Benutzung von zwei miteinander verbundenen Grafikkarten (SLI) musste es bei mir allerdings ein Betatreiber sein, der jedoch ohne Probleme läuft.
Die Installation gestaltete sich dennoch etwas schwierig, da während dieser Windows Update auf die Idee kam, einen gut ein Jahr alten Standardtreiber aus Microsofts Onlinefundus herunterzuladen. Die beiden Treiber kamen sich natürlich gehört in die Quere und ich musste nach einem Neustart mit Auflösung 800*600 beim zweiten Versuch einfach schneller sein.
Bei unbekannteren Herstellern und älterer Hardware kann es mitunter zu Problemen kommen, wenn kein mitgelieferter Standardtreiber das Gerät unterstützt. Hier meckert dann spätestens beim zweiten Start Vistas Problemlösungs-Assistent.
Wenn dann endlich alle Treiber beisammen sind, kommt der angenehme Teil: Vista sieht (bei entsprechender Lizenz und Rechnerausstattung) nicht gerade schlecht aus und beeindruckt mitunter mit sehr schönen Effekten. Unter der Oberfläche liegt jedoch noch immer die Altlast aus Jahren der Untätigkeit und Benutzerunfreundlichkeit begraben. Und diese kommt des öfteren zum Vorschein.
Der neue und sicherlich gut gemeinte Problemlösungs-Assistent weist auf Kompatitbilitäts- und Treiberprobleme hin. Und bietet in den meisten Fällen mit viel Tamm Tamm eine sehr hilfreiche Lösung an: Neben einem grünen Haken in Übergröße steht sinngemäß „Wenden Sie sich mit Ihrem Problem an den Hersteller.“ – Danke, Microsoft, das hat der Welt gefehlt!
Überhaupt wirken viele Funktionen eher wackelig. Man hat das für Microsoft-Produkte typische Gefühl, für einen Haufen Geld am Betatest einer Software teilzunehmen. Wer primär auf Windows als Betriebssystem angewiesen ist, sollte sich den kompletten Umstieg zu diesem Zeitpunkt eher noch einmal gut überlegen.
Wer mag, kann sich an dieser Stelle und zum Abschluss meiner ersten Eindrücke diesen Werbespot aus der „Get a Mac“-Kampagne von Apple anschauen (hier nochmal das Original). Er beschreibt so ziemlich genau das Feeling, das Vista dem Benutzer bei jedem zweiten Klick vermittelt: Du bist unmündig, du hast keine Ahnung! Was du jetzt einstellst, wirst du vielleicht später bereuen. Bist du dir sicher, dass du nicht einfach zu dumm und unfähig bist, um diese Funktion und ihre Auswirkungen zu verstehen? – Abbrechen oder Fortsetzen?
Und das Warten hat kein Ende: Wann kommt Service Pack 1…?
Was meinst’n du?
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[...] habe mich vor einiger Zeit ja schon über die großen und kleinen größeren Mängel der neusten Betriebssystemverfehlung aus Redmont ...
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