Neben den neuen iMacs hat Steve Jobs auf der gestrigen Presseveranstaltung auch iLife ’08 und iWork ’08 vorgestellt. Letzteres steht in einer kostenlosen 30-tägigen Testversion als Download zur Verfügung. Mit ein wenig Geduld und voller Neugierde habe ich mir das knapp 480 MB große Paket gestern Abend heruntergeladen und seitdem schon ein wenig herumprobiert.
Numbers
Das Aushängeschild der neuen Version von iWork ist Numbers, ein Tabellenkalkulationsprogram à la Microsoft Excel.
In der gestrigen Präsentation bezeichnete Apple-CEO Jobs das Tool als „spreadsheet for the rest of us“ – und er hat recht. Im Gegensatz zu Excel ist der Benutzer bei Numbers nicht auf eine alles umfangende Gitternetzumgebung beschränkt. Viel mehr lassen sich beliebig viele Objekte wie zum Beispiel Tabellen, Fotos oder Diagramme unabhängig voneinander formatieren und auf einer einzigen Arbeitsfläche (genannt „Blatt“) platzieren. Den Überblick gewährleistet eine Baumstruktur mit allen Inhalten und Blättern auf der linken Seite.
Wie schon erwähnt sind alle angelegten Tabellen unabhängig voneinander. Sie lassen sich getrennt formatieren, mit vorgefertigten Stilen oder eigenen. Gängige Funktionen wie Summe oder Mittelwert werden in Echtzeit beim Markieren mehrerer Felder errechnet und können per Drag and Drop an der gewünschten Stelle eingesetzt werden. Die komfortable aber einfach zu bedienende Druckansicht lässt den Benutzer das Dokument für den Ausdruck vorbereiten, sodass zum Beispiel keine Tabelle über den Seitenrand hinausragen muss.
In einem ersten Fazit wirkt Numbers sehr durchdacht. Etwas anderes war von Apple auch nicht zu erwarten. Diese Premiere einer Tabellenkalkulation komplettiert nicht nur die iWork-Suite, sie bietet vor allem eine echte Alternative zu Excel für den Otto Normalnutzer.
Pages
Mir persönlich gefällt an Pages in iWork ’08 am besten die neue Formatierungsleiste, die sich je nach aktuell ausgewähltem Objekt anpasst und die gängigsten Befehle für wiederkehrende Aufgaben enthält. Die Leiste ist in allen drei iWork-Apps enthalten. Hier hat man sich in moderatem Maße und in einem sinnvollen Umfang an Microsoft Office angenähert. Für speziellere Vorgänge sind nach wie vor das Fenster „Informationen“ und die entsprechenden Menüs zuständig. Eine Fülle neuer Vorlagen und weiterer Verbesserungen komplettiert das Erwachsenwerden von Pages.
Keynote
Bei den wenigsten Apple-Produkten lässt sich schon im Vorfeld auf Funktionen und Merkmale schließen. Verfolgt man jedoch aufmerksam die Keynotes von Steve Jobs, dieses Jahr zum Beispiel auf der MacWorld im Januar (iPhone-Präsentation) oder der WWDC im Juni (Vorstellung der Leopard-Beta), kann man zumindest neue Übergänge und Effekte der kommenden Keynote-Version erahnen.
Der rotierende Würfel beispielsweise, mit dem Jobs den Zuschauern die Dreifaltigkeit des iPhone näher brachte, ist in Keynote 4 enthalten. Neben weiteren neuen Effekten und Übergängen, die sich wie gewohnt weit über dem Qualitätsniveau des PowerPoint-Kindergeburtstages bewegen, spendiert Apple auch hier zahlreiche neue Themes zum Benutzen und Anpassen.
Einziger Haken ist die Transparenzfunktion, die Steve Jobs euphorisch präsentierte. In meiner iPhoto-Bibliothek mit über 3000 Bildern konnte ich bisher kein Bild finden, dass genügend Farbkontrast für die optimale Nutzung dieses Features geboten hätte. Das Ergebnis fiel in meinem Test stets unsauber aus.
Fazit
Mit iWork ’08 hat Apple zwar eine Nummer (nämlich ’07) übersprungen, dafür aber einen großen Schritt nach vorn gemacht. Durch die Einführung von Numbers ist auch die letzte Lücke geschlossen, die den Alltagsnutzer beziehungsweise Einsteiger noch an Microsoft Office klammern ließ. iWork bietet mit einem Preis von 79 Euro für die Einzelplatz- und 99 Euro für die Familienlizenz eine kostengünstige Office-Alternative am Mac. Schüler und Studenten zahlen im Education Store sogar nur 71,40 Euro.











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