02. November, 12:27 Uhr

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Roundup: Mac OS X 10.5 „Leopard“

Am vergangenen Freitag, dem 26. Oktober 2007, veröffentlichte Apple sein neues Mac-Betriebssystem mit dem schönen Namen „Leopard“. Weltweit sollen bereits in den ersten Tagen mehrere Millionen Kopien über die Ladentische und an den Haustüren dieser Welt ihre Eigentümer gewechselt haben. Und auch ich durfte mich vorgestern über ein Päckchen von Cyberport freuen. Inhalt: Fünf presswerkfrische Lizenzen der aktuellen Raubkatze. Einige erste Eindrücke habe ich hier zusammengefasst. Völlig unvoreingenommen, ohne jegliche Begeisterung und 100-prozentig neutral, versteht sich…

Die Optik

Sauber gearbeitet haben die Jungs und Mädels in Cupertino. Denn was sich da am Monitor abspielt ist einheitlich, ohne Einheitsbrei zu sein, und erwartungsgemäß elegant. Die Umsetzung neuer Features wie Stacks, Spaces und natürlich Time Machine ist ebenso ein Augenschmaus wie die Vereinheitlichung der Fensterdesigns und die neuen Looks von Ordnern, Dock, Front Row und Menüleiste.

leopard_look.jpg

Einziges Manko: Die frisch gestalteten Ordner sehen zwar modern und chic aus, sind aber auf den ersten Blick nicht mehr so gut voneinander zu unterscheiden. Hier wäre ein wenig mehr Farbkontrast sicher hilfreich gewesen.

Spaces

Mehr Platz auf dem Schreibtisch. Wirklich ein interessantes Feature, an das ich mich ehrlich gesagt erst noch gewöhnen muss. Doch auch mein externer Monitor wird mit einbezogen. Das bedeutet: Platz und Ordnung, wo vorher Chaos herrschte. Auch in Kombination mit Exposé ein reiner Genuss.

Hin und wieder jedoch verstehe ich das Verhalten von Spaces nicht so ganz. Befindet sich beispielsweise das Fenster einer laufenden Dateiübertragung zur externen Festplatte oder einem anderen Rechner im Netzwerk in einem Arbeitsbereich, wird man auch dorthin buxiert, wenn man in einem anderen Space eine Datei per Drag & Drop von A nach B zieht. Wie gesagt: Etwas gewöhnungsbedürftig für Unerfahrene (wie mich).

Time Machine

Das ist wohl das Meisterstück des gesamten Betriebsystems. Eine Backup-Lösung, mit der sogar ich umgehen kann und die komplett selbständig arbeitet, ohne dass ich meine faulen Finger mit irgendwelchen Dateiumschichtungen quälen muss.
Benötigt wird hierzu eine externe Festplatte. Ich habe mir eine iomega Ultramax mit einem ganzen Terrabyte Speicher gegönnt, die in diesem Moment mein erstes Komplett-Backup in sich aufnimmt.

time_machine_backup.jpg

Die Wiederherstellung mutet an wie eine Reise durch die Zeit, in die Vergangenheit des Computers; sagt ja der Name bereits.

Quick Look

Als zeit- und geduldsschonend stellt sich dieses nette Feature dar. Ohne ein Programm öffnen zu müssen führt Quick Look direkt aus dem Finder heraus Dateien aus. Man kann damit sogar durch Dokumentenseiten bzw. durch Präsentationsfolien blättern. Quick Look beherrscht von Haus aus unter anderem PDF-, Audio-, Word-, Pages-, Excel-, Numbers-, PowerPoint-, Keynote-, Bild- und einige Videodateien. Wenn gewünscht, sogar im Vollbildmodus.

Tipp: Wer auch DivX-Filme oder Videos anderer „exotischer“ Formate in seiner Sammlung hat, sollte zu Perian greifen. Nach dessen Installation, einmal ab- und wieder anmelden, ließen sich auch diese mit Quick Look und QuickTime öffnen.

Photo Booth

Das macht jetzt noch mehr Spaß als bisher. Neben normalen Fotos, nun sogar mit anpassbaren Effekten, lassen sich auch vier Fotos in Reihe schießen. Ganz so wie in einer echten Fotokabine. Außerdem beherrscht Photo Booth nun auch die Aufzeichnung von Videos. Hier sind die gleichen Effekte möglich, inklusive der neuen Backdrops, mit denen man sich vor jeden beliebigen Hintergrund verfrachten kann.

photobooth.jpg

Backdrop funktioniert bei mir jedoch nur am MacBook Pro vor einem einigemaßen neutralen Hintergrund. Mit meinem Zimmer, in dem der iMac steht, kann diese kleine Spielerei leider nicht so viel anfangen.

Front Row

Überall liest man, Front Row nähere sich nun immer mehr dem Interface von Apple TV an. Kann ich nicht beurteilen, aber schön siehts tatsächlich aus. Trotzdem liegt hier ganz klar eine Schwachstelle zwischen all den tollen neuen Funktionen:

  1. Der schicke Übergang aus Front Row 1 wurde leider abgeschafft und durch eine etwas langweilige Schwarz-Überblendung ersetzt.
  2. Die Schriftgröße ist deutlich kleiner als früher. An sich ja nicht schlimm, man sollte sie aber einstellen können. Kann man leider nicht.
  3. Beim Zugriff auf eine freigegebene Mediathek über das Netzwerk werden die Cover der Alben nicht angezeigt, die iTunes automatisch hinzugefügt hat, sondern nur die manuell eingestellten, die in die Datei eingebettet werden.

Trotzdem bring die neue Version von Front Row auch diverse Vorteile. So ist das Menüverhalten eher an das des iPod angelehnt. Es ist nun auch möglich, während der Wiedergabe durch die Menüs zu navigieren und danach automatisch wieder zur Anzeige der aktuellen Wiedergabe zurück zu wechseln. Zudem werden bereits im Menü nähere Informationen und, falls verfügbar, das Cover des ausgewählten Titels angezeigt. Das hilft vor allem bei größeren Bibliotheken die Übersicht zu bewahren. Dadurch, dass Front Row 2 auf das Starten von iTunes im Hintergrund verzichtet, sind die Zugriffszeiten deutlich geringer.

BTW: Wer wie ich viele Videos auf seiner externen Festplatte ausgelagert hat und diese trotzdem in Front Row wiedergeben möchte, braucht nur einen Alias des Videoordners im Benutzerverzeichnis unter „Filme“ zu erstellen. Dann werden auch die externen Filmchen in FrontRow angezeigt, so lange die Festplatte am Rechner hängt. Hier hilft übrigens auch Perian bei der Wiedergabe von Filmformaten, die von Haus aus nicht unterstützt werden.

Boot Camp

Läuft gut, geht einfach. Naja, und dann hat man halt Windows auf der Maschine. Ich nutze es „nur“ zum Spielen, da läuft aber alles super rund und mit dem mitgelieferten Treibern gab es auch keine Probleme. Nur mein externer Monitor zeigt unter Windows nicht die native Auflösung von 1680*1050 an. Woran es liegt, weiß ich nicht. (Zum Spielen braucht man aber in der Regel ohnehin nur einen Monitor, nech!?)

Die Windows-Partition wird unter Mac OS X als eigenes Laufwerk angezeigt und daher auch von Time Machine mit gesichert.

Fazit

Man kann davon ausgehen, dass in der näheren Zukunft das erste große Update 10.5.1 für den Leoparden herauskommen wird, mit dem einige letzte Unebenheiten ausgebügelt werden. Anders als bei Windows jedoch, bei dem einem jeder Mensch mit Sachverstand zum Abwarten auf das erste Service Pack rät, ist dies bei Mac OS X 10.5 nicht nötig. Das System läuft schnell und stabil, die neuen Funktionen sind sauber und wohl durchdacht umgesetzt. Klare Kaufempfehlung!

Ich empfehle jedoch dringend, nicht einfach nur das neue System „drüber zu bügeln“, sondern: Daten sichern und dann bei der Installation „Löschen und Installieren“ auswählen. Die Installation hat bei mir mit dieser Methode auf beiden Systemen etwa eine halbe Stunde gedauert. Es ist einfach die sauberste Art und man kann hinterher besser schlafen. ;-)

Ein bewegter Überblick über einige Neuerungen in Leopard liefert Apple in seiner Guided Tour (englisch).

Die Testumgebung

Zu den hier genannten Erkenntnissen gelangte ich nach etwa 1,5-tägiger Benutzung von Mac OS X 10.5. „Leopard“ auf einem iMac C2D 20″ (Ende 2006) mit 2,16 GHz Intel Core2Duo und 2GB Arbeitsspeicher. Mein externer Monitor ist ein Samsung SyncMaster 226BW mit 22″ und einer nativen Auflösung von 1680*1050.

3 Kommentare // Kommentare abonnieren

Es gibt schon 3 Kommentare

Tools für Leopard – flomiscuous

1 | Pingback von Tools für Leopard – flomiscuous 02.11.2007 / 18:11

[...] ich in meinem Review zu Mac OS X Leopard bereits Perian empfohlen habe, mit dem Front Row, Quick Time und Quick Look [...]

Jan

2 | Kommentar von Jan 07.11.2007 / 01:00

Blöd - jetzt ärgere ich mich erst richtig. Hatte mir ein MacBook zugelegt, laut Händlern bekäme ich binnen zwei Tagen auch Leopard zugeschickt. Nun mailt mir Apple, dass mein Paket per Expressversand (sischer, sischer) am 16.11 fertig ist und am 20.11 bei mir eintrifft… Dabei sieht Leopard so genial aus, dass ich es jetzt schon benutzen will :D

Markus Lerchen

3 | Kommentar von Markus Lerchen 07.11.2007 / 07:33

Herzlichen Glückwunsch zum Erwerb eines MacBook - endlich ein richtiger Computer :)
Aber du weisst auch sicherlich: Vorfreude ist die schönste Freude :D

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