Wenn man schonmal in Berlin ist, dann geht man halt auch mal ins Kino. Roland Emmerichs Spezialeffekte-Epos „2012“ war der Film der Wahl.
Handlung
Im Prinzip keine.
Alibi-Handlung
Die Welt geht unter, was dem Zuschauer anhand ergreifender Einzelschicksale und pseudowissenschaftlicher Vorträge näher gebracht wird. Diese Szenen nehmen ca. drei bis fünf Prozent der Spielzeit von etwas über zweieinhalb Stunden ein. Der Rest kommt aus der Spezialeffekte-Abteilung.
Bewertung
Typisch Hollywood. Die USA finden nicht nur heraus, dass die Welt untergeht. Sie sagen auch allen anderen Nationen, was sie zu tun haben. Der US-Präsident (übrigens ein Afro-Amerikaner) ist die Selbstlosigkeit in Person, die anderen Staaten (darunter auch Deutschland, vertreten durch eine namenlose Dame, die Angela Merkel nicht im Entferntesten ähnelt) finden alles toll, was er vorhat.
Wenigstens ist es dieses Mal nicht der Mensch, der für den Weltuntergang verantwortlich ist, sondern eine ungünstige Planetenkonstellation, Sonneneruptionen und… ach, scheiß drauf. Die Effekte sind der Hammer. Daneben sind als Highlights zu nennen: Das Timing des Hauptdarstellers bei der Flucht vor der zusammenbrechenden Erdkruste, das Timing des Hauptdarstellers bei der Rettung der Menschheit sowie das Timing des Hauptdarstellers bei der Wahrnehmung seiner Rolle als Vater.
Es macht auch Spaß, die im Film auftretenden Staatsoberhäupter mit ihren realen Pendants zu vergleichen. Und der dicke Russe ist auch nicht schlecht.
Wer auf Action und Spezialeffekte steht, sollte sich „2012“ unbedingt antun. Zu viel sollte man aber von der praktisch nicht vorhandenen Handlung nicht erwarten. Die bekannten Hollywood-Elemente sind wieder vertreten: Eine Katastrophe, einige Einzelschicksale, eine Liebesgeschichte, Familienzusammenführung, Märtyrertum und seine Heiligkeit, der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Reaktionen zu diesem Beitrag
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Kommentare
frank
01. Dez. 2009 – 17:04
deine filmkritik trifft den nagel genau auf den kopf! besser könnte man 2012 nicht beschreiben… der film macht hinten und vorne nicht wirklich sinn und bedient dabei alle Klischees, war aber sehr unterhaltsam
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