Ich liebe historische Romane. Doch nachdem ich die Waringham-Trilogie von Rebecca Gablé verschlungen hatte, musste dringend mal was Gegenwartsbezogenes her. Durch einen ganz und gar unliterarischen Zufall stand der 2001 erschienene Roman „Eine Billion Dollar“ des in Frankreich lebenden deutschen Autoren Andreas Eschbach („Jesus Video“) genau zur rechten Zeit in meinem Bücherregal. In zweierlei Hinsicht.

Zum Inhalt

John Salvatore Fontanelli ist das, was viele Menschen einen Versager nennen würden. Jemand, der seine Miete immer gerade so und erst Monate zu spät zahlen kann, der sich als Pizza-Austräger in New York mit Mühe und Not über Wasser hält. Doch dann passiert Unglaubliches: Von einer Anwaltsfamilie aus Florenz erfährt John, dass er der Erbe von einer Billion Dollar und damit der reichste Mann aller Zeiten ist. Das Geld stammt von seinem Urahnen, der einst, vor 500 Jahren, eine göttliche Vision hatte. Sein Erbe würde ein halbes Jahrtausend später der Menschheit ihre verlorene Zukunft zurück bringen.

Doch was fängt man an mit einem schier unbegreifbaren Vermögen? Ist die Menschheit noch zu retten? Und wem kann man trauen, wenn jeder weiß, dass man der reichste Mensch der Welt ist?

Spannung und VWL

In einer Mischung aus spannendem Thriller, Selbstfindungsstory und Weltuntergangsszenario beschreibt Andreas Eschbach die Gipfel der High Society und wie sich zwischen ihnen die tiefsten Abgründe auftun. Zukunftsvision versus Konservativismus, Humanität versus Korruption, Egoismus und Gier. In verschiedenen interessanten Ansätzen werden Sinn und Unsinn von Industrialisierung, Kapitalismus und Globalisierung beleuchtet, geschickt eingeflochten in die Story eines liebenswerten aber überforderten jungen Mannes, der von Heute auf Morgen die Fäden des Menschheitsschicksals in der Hand zu halten scheint. Oder etwa nicht?

Wunderbar witzig, nachdenklich, spannend, emotional erzählt ist „Eine Billion Dollar“ eine wunderbare Abwechslung, weil es kaum in eine Genreschublade passt. Ich selbst hatte das Glück (nun kommen wir zum oben erwähnten Zufall), das Buch für 2,50 Euro als Mängelexemplar zu erstehen. Allein wegen des Buchrückentextes hätte ich wohl sonst nicht zugegriffen. Regulär findet ihr „Eine Billion Dollar“ für 9,95 Euro (Taschenbuch) bzw. 23,00 Euro (Gebundene Ausgabe) bei Amazon.de oder im Buchhandel eures Vertrauens.

2 Kommentare