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Das war 2012.

Ich bin schlecht, was Jahresrückblicke angeht, da ich mir regelmäßig nicht merken kann, was denn überhaupt noch in diesem Jahr war und was vielleicht schon viel länger her ist. Bin ja immerhin schon fast 21 Jahre alt… Aber was haben wir dieses Jahr nicht alles über uns ergehen lassen müssen?

Es war das Jahr der US-Präsidentschaftswahl, über die das deutsche Fernsehen vermutlich ausführlicher berichtete, als das US-amerikanische und für die unsere Gebührengelder gepflegt zum Fenster hinausgeworfen wurden. Und zwar mit beiden Händen.

Aber auch in – unter anderem – Russland und dem Iran wurde dieses Jahr – naja, sagen wir mal – „gewählt“. (Stimmt ja dem Grunde nach. Die Frage ist nur, wer was oder wen gewählt hat. Das ist nicht immer ganz klar.) Gleiches gilt für Griechenland. Dort kann man sich demokratische Wahlen wenigstens noch leisten. Auch wenn gemunkelt wurde, dass in einigen Wahlkreisen auf benutztem Toilettenpapier abgestimmt werden musste, um die Sparvorgaben der EU-Troika zu erfüllen. Auch andere Länder haben Demokratie gelebt. So etwa unsere französischen Nachbarn, die sich präsidententechnisch für einen Holländer oder so entschieden. Jedenfalls ein Sozi.

Die Queen beging ihr schätzungsweise 100. Thronjubiläum in diesem Jahr und ist damit die einzige royale Überlebende des Meteoriteneinschlages irgendwann in der mittleren oder späten Kreidezeit. Glückwunsch!

Was ist noch passiert? Ach ja, unser (nunmehr ehemaliger) Bundespräsident Christian Wulff ist zurückgetreten und hat seinen Stuhl, sein Hochbett und seinen lila-blassblauen Präsidentenschlafanzug für Joachim Gauck geräumt. Ehrlich gesagt kann ich mich an den Rücktrittsgrund Wulffs nicht mehr so recht erinnern. Er hat glaube ich in seiner Doktorarbeit bei der Bild-Zeitung abgeschrieben, ohne die Quelle zu nennen – und ohne zu merken, dass eh alles gelogen ist, was in der Bild-Zeitung steht. Hach, mein Gedächtnis scheint doch so schlecht nicht zu sein! Weiterlesen

Norbert arbeitet hier nicht mehr.

In knapp zwei Minuten kann ein normaler Mensch nicht eben die Welt verändern. Knapp zwei Minuten reichen vielleicht, um sich ein mittelprächtiges Mikrowellengericht zuzubereiten oder sich in aller Eile die Zähne zu putzen.

Nicht so unsere Bundeskanzlerin: Sie schafft es in weniger als zwei Minuten, sich ihren in Ungnade gefallenen Umweltminister Norbert Röttgen vom Hals zu schaffen. Der hatte sich gerade politisch unmöglich gemacht, indem er nicht nur die NRW-Landtagswahl nach allen Regeln der Kunst in den Sand setzte, sondern dies auch noch fast mit voller Absicht. Zumindest konnte man diesen Eindruck gewinnen, wenn man den stümperhaften Wahlkampf beobachtete, mit dem Herr Röttgen Hannelore Kraft den schönsten Sonntagabend ihres Lebens bescherte.

Die Moral von der Geschichte ist denkbar einfach: Das Leben ist kein Ponyhof, den einfachen Erfolg ohne jegliches Risiko gibt es nicht und wer sich nie wirklich auf einen Weg festlegen kann oder will, der verliert erst das Vertrauen der Menschen und dann gegebenenfalls auch noch seinen Job. Und das nicht einmal zu unrecht.

Die gute Nachricht aber ist, dass die Bundesrepublik Deutschland auch diesen uneleganten Abgang überstehen wird und mit Norbert Röttgen nicht eben einen Grundpfeiler der politischen Landschaft seinen Platz räumen musste. Die Energiewende kann die Bundeskanzlerin auch gemeinsam mit einem anderen Umweltminister vor sich herschieben.

Horst Seehofer sagt die Wahrheit

Man kann von ihm halten, was man möchte. Aber wer das heute auf – Achtung! – heute.de veröffentlichte Video schaut, kann Horst Seehofer (CSU) nicht vorwerfen, um den heißen Brei herum zu reden. Das gilt zumindest für die letzten Minuten des Gesprächs zwischen dem bayerischen Ministerpräsidenten und Claus Kleber. Das Interview war eigentlich bereits zu Ende und inhaltlich wenig revolutionär. Dann packt Seehofer kräftig auf seinen Koalitionskollegen Norbert Röttgen aus, der die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen mal eben für die CDU gegen die Wand gesetzt hat.

Also, bitte reinschauen und genießen, wie hin und wieder auch eine Politikerfassade auf ungewohnt sympathische Art und Weise bröckeln kann. Hier noch der Link zur ZDF Mediathek: Interview mit CSU-Chef Horst Seehofer.