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Jenny Elvers-Elbertzhagen: betrunken, berühmt?

Heute Abend ist es nun also endlich soweit: Jenny Elvers-Elbertzhagen, laut Wikipedia-Eintrag angeblich „Schauspielerin und Moderatorin“, wird in einem sicherlich bewegenden und zweifelsohne dramaturgisch hochvollendet zusammengeschnittenen Interview mit RTL-Klatschkoryphäe Frauke Ludowig über ihre Alkoholkrankheit sprechen.

Rückblick: Vor einem knappen halben Jahr machte Elvers-Elbertzhagen mit einem volltrunkenen Auftritt in der NDR-Livesendung „DAS!“ Schlagzeilen. Öffentlichkeitswirksam wurden die entsprechenden YouTube-Videos der Eskapade im öffentlich-rechtlichen Vorabendprogramm im Anschluss so gut wie es eben ging aus dem Netz getilgt und Jenny Elvers-Elbertzhagen in eine Entzugsklinik verfrachtet. Dahinter stand wohl ihr Ehemann und Manager, Goetz Elbertzhagen, der natürlich auch die Bild-Zeitung pflichtbewusst über alle Vorgänge in Kenntnis setzte. Schließlich weiß man im Hause Elvers-Elbertzhagen/Elbertzhagen um das berechtigte Informationsinteresse der Öffentlichkeit.

Und so wird nun endlich die ganze Geschichte nach dem öffentlichen Totalabsturz, damals im Norddeutschen Rundfunk, erzählt – nur eben diesmal nicht im NDR, sondern bei RTL, mit viel Werbung im Vorfeld (natürlich insbesondere aus dem Hause Springer) und natürlich auch immer zwischendurch. So haben alle was davon. Dass es bei dieser ganzen Scharade, die seit Tagen dramatisch beworben wird, darum geht, auf das weit verbreitete Problem, die Krankheit Alkoholismus aufmerksam zu machen – was schön wäre –, darf an dieser Stelle aufrichtig bezweifelt werden. Dass es schlussendlich die Sauferei einer gescheiterten – wir erinnern uns – „Schauspielerin und Moderatorin“ ist, die eben jene zu einigen Schlagzeilen und Sendeminuten zur Prime-Time verhilft, liegt schon näher – und stimmt mich ein wenig traurig.

Wer mag, schaut heute Abend um 21:15 Uhr bei RTL die Sendung „Die Alkoholbeichte! Jenny Elvers – die ungeschminkte Wahrheit“. Es ist dies ein freies Land.

Katrin wer?

Es ist ein handfester Skandal! Da wurde doch tatsächlich der RTL-Dschungel („Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“) für den Grimme-Preis nominiert und allerorts regen sich Menschen künstlich darüber auf, die meinen, sich damit noch irgendwie in die Schlagzeilen drängen zu können – und denen offenbar entgangen ist, dass nach der nunmehr siebten Staffel jede noch so vollendet schauspielerisch dargebotene Erregung schlicht knapp zehn Jahre zu spät kommt und damit nicht mehr ist, als ein ewiges Wiederkäuen der immer selben Argumente vom vermeintlich kulturellen Niedergang unseres Landes.

Ein Sahnestück lieferte dieser Tage die Schauspielerin Katrin Sass, die in Markus Lanz’ gleichnamiger Talkshow im ZDF den einstigen Dschungelkönig Peer Kusmagk in einer wütenden Tirade angriff und sowohl ihn als auch die Zuschauer in einer Mischung aus Fassungslosigkeit, Verärgerung und Belustigung zurückließ.

(Falls das Video von YouTube verschwindet, hier noch der Link zur ZDF Mediathek: „Markus Lanz“ vom 29.01.2013.)

Die Frage, ob bei Frau Sass noch alle Stiefel im Regal stehen, ist wohl eher eine rhetorische. Mir allerdings drängte sich ein noch viel näher liegendes Problem auf: Wer oder was ist eigentlich Katrin Sass? Ehrlich gesagt war mir die Beantwortung kaum eine Google-Suche wert. Sie macht wohl was mit Theater, wenn sie nicht gerade im Fernsehen Theater macht. Vielleicht eine Kandidatin fürs nächste Dschungel-Camp?

They voted all night long.

Ach muss das herrlich sein, wenn man die Zeit hat und/oder wenig Schlaf braucht und die ganze Nacht vor dem Fernseher die Wahl in den Vereinigten Staaten von Amerika verfolgen kann. Merke: Die Rede ist nicht vom US-Fernsehen oder von irgend einem Web-Stream. Nein, das deutsche Fernsehen war in der vergangenen Nacht ganz in der Hand der Übersee-Wahlberichterstattung.

Wer dann also in den vergangenen Wochen und Monaten noch nicht genug bekommen hat von Obama vs. Romney, von Biden vs. Ryan, von Demokraten vs. Republikanern, von Gesundheitsreform vs. christlich-fundamentalistischer Propaganda, der konnte nun zum Finale einschalten. Doch nicht nur die (zum Teil so genannten) Nachrichtenkanäle Phoenix, N24 und n-tv brachten die US-Wahl auf deutsche TV-Bildschirme. Nein, auch Das Erste, ZDF und RTL beteiligten sich an der auslandspolitischen Dauerberieselung. Weiterlesen

Finale.

Ja, also ich hatte zwar versprochen, dass das Wiedergeben von Neuigkeiten aus dem australischen Dschungel kein Dauerzustand wird. Aber dieses eine Mal müsst ihr noch durch. Immerhin findet heute Abend um 22:15 Uhr bei RTL schon das Finale der laufenden sechsten Staffel von “Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!” statt. Danach ist dann auch hier erstmal Schluss mit den Dschungel-Posts. Versprochen.

Ich wollte dennoch die Gelegenheit nutzen, darauf hinzuweisen, wie schwer es mir fällt, mich an die Gewinnerinnen und Gewinner der vergangenen Staffeln zu erinnern – meint die “Dschungelköniginnen” und “Dschungelkönige”. Es fiel mir sogar so schwer, dass ich die Wikipedia konsultieren musste. Hättet ihr sie noch alle in der richtigen Reihenfolge gewusst?

  1. Costa Cordalis, Schlagersänger. Und bevor Fragen kommen: Gerüchte, er sei vor einer italienischen Insel gestrandet, sind frei erfunden. Costa geht es gut.
  2. Désirée Nick. Die mag ich nicht besonders. Und dasss sie bei bild.de noch heute über den Dschungel lästert, ist meines Erachtens eher ein Zeichen von anhaltender Selbstüberschätzung und Verzweiflung.
  3. Ross Antony
  4. Ingrid van Bergen, die Dschungel-Queen-Mum, von der man sagt, sie sei über Leichen gegangen.
  5. Peer Kusmagk, der Ausgestoßene.

Und dieses Jahr wird es “Tande Brigidde”. Da bin ich mir ganz sicher.

Micaela Schäfer: Die Dame ohne Kleiderschrank

Sie ist schätzungsweise die einzige Frau auf dieser Welt, die keinen Kleiderschrank ihr Eigen nennt: Micaela Schäfer. Den Eindruck gewinnt man zumindest, wenn man wie ich – Schande auf mein Haupt – keine Folge von „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ auf RTL verpasst. Gerade eben wieder zierte nur ein halber Quadratzentimeter Stoff ihren nackten Leib. Fast hätte man ins Nirvana blicken können.

Mal ehrlich: Noch billiger ist es wohl nur, Preise in Limousinenfenster hinein zu rufen. Dabei handelt es sich aber wenigstens um einen richtigen Beruf. Und mehr Kleidung wäre da auch mit im Spiel. Immerhin ist es ja kalt am Straßenrand.

Ich gucke jetzt mal weiter. Vielleicht beißt ihr noch eine Schlange in die freiliegenden Nippel. Oder in die Mupe.

Ramona Leiß flog aus dem Dschungel-Camp

Ich fange jetzt nicht etwa an, News aus dem australischen Dschungel aufzuwärmen. Aber ich bin seit gestern Abend hin und her gerissen zwischen der Freude über den Auszug der senilen Streitkräftekommandantin Ramona Leiß und dem Bedauern darüber, dass es jetzt bestimmt langweiliger werden wird, das Dschungel-Camp zu schauen. So ganz ohne die pflegebedürftige Pausenhofaufsicht.

Man tut nicht tut gebrauchen.

Ich tue euch jetzt einmal zeigen, warum man nicht tut gebrauchen tut und warum das gut sein tut. Soeben habe ich bei RTL die hervorragende Sendung „Mitten im Leben“ gesehen getutet. Da tat eine der Hauptdarstellerinnen immer mal wieder Sätze mit „tut“ gebildet haben. Da solche grammatikalischen Entgleisungen bei dieser und anderen RTL-Sendungen oft vorkommen tun, tue ich an dieser Stelle mal ein Zeichen gegen diese Unart setzen wollen.

Wo täten wir denn hinkommen, würde jeder so reden oder gar schreiben tun. Meine Tränen tun in diesem Moment über die Tastatur rinnen. Ja, genau jetzt, während ich diesen furchtbaren Text schreiben tue. Leute, tut es euch endlich merken: Man tut nicht tut gebrauchen! Das tut schon seinen Sinn haben, denn wer ständig tut gebraucht, tut seinen Mitmenschen, Zuhörern und Lesern wehtun. So etwas tut man nicht tun. Darum tut es doch bitte auch nicht tun. Ich tue euch danken. Im Namen aller, die diese furchtbare Unart auch nicht mögen tun.