#10 Die Schöne und das Biest

Wer mich kennt, weiß: Ich liebe Disney-Filme. Und damit meine ich insbesondere die Klassiker vor und aus meiner Kindheit und Jugend. Dazu gehört definitiv „Die Schöne und das Biest“. Dementsprechend begegnete ich der aktuell im Kino laufenden so genannten Realverfilmung mit einer Mischung aus kindlicher Vorfreude (ja, so was kriege ich auch mit knapp dreißig Jahren noch zusammen) und Skepsis. Denn wenn in den vergangenen Jahren von „Remakes“ die Rede wahr, steckte nicht selten eine zwar bildgewaltige, aber gegenüber dem Original respektlose Verschandelung dahinter.

Nicht so bei „Die Schöne und das Biest“. Dieser Film ist ein Meisterwerk. Er lässt der Zeichentrick-Version, dem magischen Kunstwerk aus dem Jahr 1991, unangetastet ihren verdienten Platz in unseren Herzen und zollt ihr mit wunderschönen Bildern, einer behutsam wiedererzählten Geschichte und unglaublich vollkommener Musik Tribut.

Ich habe mehrfach geweint. Mal, weil mich Kindheitserinnerungen packten. Mal, weil der wundervoll arrangierte Soundtrack ohne Umwege ins Herz ging. Weiterlesen #10 Die Schöne und das Biest“

#9 Wir sind Gaggenau!

Es ist bestimmt nicht alles toll in Gaggenau. Schon der Name ist furchtbar. Und um die Integration ist es – wie dieser Tage zu lesen – wohl nicht so gut bestellt dort in Baden-Württemberg, gar nicht so weit von der deutsch-französischen Grenze entfernt. Trotzdem bin ich stolz auf den Gaggenauer Bürgermeister Michael Pfeiffer (ja, einer von den falsch geschriebenen Pfeifers), der den Auftritt des türkischen Justizministers Bekir Bozdag in letzter Minute vereitelte.

Eine Demokratie lebt von Meinungs- und Redefreiheit, von der Möglichkeit, sich zu versammeln und seinen Standpunkt angstfrei zu vertreten. Sie, die Demokratie, muss aber auch wehrhaft sein und sich und die Menschen, die in und mit ihr leben, vor schädlichem Einfluss schützen. Das betrifft insbesondere Populismus und Radikalismus – von innen wie von außen. Dazu gehört es dann auch unbedingt, dass man politische Aufmärsche und Hetzereien des türkischen Regimes verhindert, das ein ehemals demokratisches Land in Diktatur und Despotismus stürzt. Wer, wie Thomas Oppermann (SPD), angesichts dieser versuchten Instrumentalisierung unserer hehren Grundrechte für klar rechtsstaatswidrige Zwecke für Toleranz wirbt, übersieht den Wehrhaftigkeitsanspruch eines funktionierenden demokratischen Systems und lässt sich erkennbar vor den Karren derjenigen spannen, die aus dem sprichwörtlichen Glashaus heraus mit ebensolchen Steinen werfen und meinen, Deutschland bräuchte eine Lehrstunde in Demokratie. Weiterlesen #9 Wir sind Gaggenau!“

#8 Helau!

Das schöne an selbstgemachten Regeln ist, dass man sie vollkommen sanktionslos ausdehnen und frei interpretieren kann. Wie man gerade lustig ist. Und da vor gerade einmal etwas über 11 Stunden die närrische Zeit (ob ihr sie Fastnacht, Fassenacht, Fasching oder – meinetwegen – Karneval nennt: egal!) endete und die 11 die närrische Zahl ist, war die vergangene Woche einfach mal 11 Tage lang und mein achter Wochenbeitrag kommt noch rechzeitig. Helau!

Ja, jetzt ist alles vorbei. Bis zum 11.11. hat die fünfte Jahreszeit Pause. Dieses Jahr durfte ich sie in vollen Zügen genießen. Hier ein paar Impressionen: Weiterlesen #8 Helau!“

#7 Kommentare im Internet lesen und ruhig bleiben

Heute verfolge ich das Ziel, mit meinem Beitrag einen echten Mehrwert zu bieten. Einem Lebensratgeber gleich möchte ich in den folgenden Zeilen die Online-Erfahrung jedes einzelnen vernünftig denkenden Menschen verbessern. Die Aufgabe ist einfach: Wie schaffe ich es, Kommentare im Internet zu ertragen?

Die Antwort: Geflissentlich ignorieren.

So, da das nun geklärt ist, kann ich mich noch ein bisschen über die ganzen Kotzbrocken ausmären. Ich glaube nicht an eine Hölle. Aber wenn man eine Weile online unterwegs ist und Kommentare liest und auch nur einen Bruchteil von dem Quatsch glaubt, was da manche von sich geben, weiß man: Wir leben in einer.

Es läuft in diesem Land wirklich alles schief. Wir werden von Verbrechern regiert, darum geht es uns allen so schlecht. Alles wird vertuscht und jeder wird gekauft. Auf unseren Schultern ruhen die Lasten dieser Welt und alle kommen nur in unser Land, um sich auf unsere Kosten zu bereichern. Dabei geht es denen doch sowieso schon viel besser als uns. Uns geht es nämlich schlecht. Keiner weiß es, weil alle Medien gleichgeschaltet sind. Das Kuriose daran ist, dass die Wahrheit über den Zustand unseres Landes so gut versteckt ist, dass nur minderbemittelte und ‑gebildete Legastheniker sie erkennen. Weiterlesen #7 Kommentare im Internet lesen und ruhig bleiben“

#6 Meine Woche so…

Ich möchte zunächst einmal dringend festhalten, dass ich es wieder – wenn auch auf den letzten Metern – geschafft habe, meinen anfänglichen Vorsatz zu erfüllen und mich hier auch in dieser Woche zu Wort zu melden.

Meine Woche war ziemlich anstrengend. Viel Arbeit, Griechisch lernen. Und langsam beginnen auch die organisatorischen Vorarbeiten für meinen dreißigsten Geburtstag im Sommer. Weiterlesen #6 Meine Woche so…“

#5 Trump: so-called President

Auf den letzten Drücker kommt hier mein wöchentlicher „Pflichtbeitrag“. Ich weiß nicht, ob ich hier regelmäßig über politische Themen schreiben werde, aber das muss jetzt mal raus.

„US-Präsident“ Trump ist kaum im Amt, schon passiert das Befürchtete. Sein sogenannter Muslim Ban, also das Dekret, mit dem er willkürlich ein pauschales Einreiseverbot gegen seiner Meinung nach schon aufgrund ihrer Religion potenziell gefährliche Menschen verhängte, wird richterlich – inzwischen schon in mehreren Instanzen – gestoppt. Trump twittert daraufhin bereits nach der ersten Entscheidung:

Was passiert hier? Einen Bundesrichter erklärt Trump kurzerhand zum „sogenannten“ Richter, dessen Entscheidung zur Lächerlichkeit, die nur vorübergehend Bestand haben kann. Donald Trump agiert damit in seinem gewohnten Muster: Wer ihn kritisiert, diskreditiert sich damit in seinen Augen vollständig. Ein Richter, der gegen ihn entscheidet, ist kein richtiger Richter. Meryl Streep, die ihn kritisiert, ist sowieso eine völlig überschätzte Schauspielerin. Auch Madonna (die Trum kritisiert), Alec Baldwin (der Trump parodiert) und so weiter sind natürlich auch absolut furchtbar, untalentiert, widerlich und so weiter. Punkt.

Trump als Manifestation der hässlichen Fratze des Social Web

Der „US-Präsident“ zeigt damit zwei Dinge:

Zunächst verhält sich Donald Trump um keinen Deut besser als die ganzen Idioten, die unter jedem Facebook-Post, der nicht zu 100 Prozent ihrer eigenen Lebensvorstellung entspricht, hetzerische Kommentare ablassen, die gleich undifferenziert auf die persönliche Ebene gehen. Wenngleich das in heftigen Diskussionen durchaus mal passieren kann – wir sind ja alle Menschen und können nicht aus unserer Haut – greift es doch in den letzten Jahren zunehmend geschwürartig in sozialen Netzwerken um sich. Weiterlesen #5 Trump: so-called President“

#4 Γεια σας! Με λένε Φλόριαν.

Meinen aktuellen Wochenbeitrag widme ich einem neuen Hobby von mir. Oder besser: Ich widme ihn einer neuen Ausprägung eines alten, aber seit längerer Zeit eher brach liegenden Hobbys von mir. Das alte Hobby ist Sprache, sind Sprachen. Die neue Ausprägung ist, dass ich seit Ende September 2016 Griechisch lerne.

Seit Schulenglisch und -französisch habe ich keine zusätzliche Fremdsprache mehr gelernt. Und da ich, wie einige wissen, griechisch liiert bin und mich die Herausforderung einer für mich nicht so einfach herleitbaren Sprache mit fremder Schrift reizte, landete ich relativ schnell beim Griechischen, dem Neugriechischen selbstredend, für die Erweiterung meines Sprachenportfolios.

Der Titel dieses Beitrages (Γεια σας! Με λένε Φλόριαν.) bedeutet, sinngemäß übersetzt, übrigens nichts anderes als „Hallo (ihr)! Ich heiße Florian.“

Das erste Semester (Griechisch 1) an der Volkshochschule Frankfurt am Main schließe ich übrigens demnächst, Anfang Februar, ab. Für den Folgekurs (Griechisch 2), der unmittelbar im Anschluss startet, bin ich bereits angemeldet. Weiterlesen #4 Γεια σας! Με λένε Φλόριαν.“

#3 Bose SoundTouch

Das soll jetzt hier nicht zu einem Technik-Blog ausufern. Der Vorteil an dieser Ablehnung einer Kategorisierung ist es, dass ich hier nicht neutral oder gar wissenschaftlich Produkte rezensieren muss. Das können andere viel besser.

Ich möchte daher sehr subjektiv und auch nicht allzu detailreich von einer kürzlichen Neuanschaffung berichten, die ich nicht mehr missen möchte: Ende vergangenen Jahres entschied ich mich relativ spontan dazu, den Grundstein für ein Multiroom-Audiosystem zu legen. (Mama, wenn du das liest: Das sind Lautsprecher, die in verschiedenen Räumen stehen und Musik spielen, ohne durch Kabel miteinander verbunden zu sein. Gesteuert werden sie über mein Handy. / Papa, wenn du das liest: Sag mir, was du hören willst. Ich drücke die Knöpfe. Finger weg!) – Kleiner Scherz am Rande.

Bis dato eher halbherzige Recherchen zum Thema ließen mich an zwei relevante Produkte bzw. Systeme denken: Sonos – offenbar das Urgestein, die Mutter der Multirooms – und Raumfeld von Teufel – meines Erachtens zumindest optisch ansprechender. Ich wurde eines Besseren belehrt.

Tatsächlich wurde ich zuerst durch Facebook-Werbeanzeigen auf das Pendant SoundTouch des Wettbewerbers Bose aufmerksam. Natürlich kannte ich Bose schon vorher – vom Hörensagen allerdings nur. Dass sie ein Multiroom-System anbieten, eigentlich nicht überraschend, war mir bis dahin schlicht entgangen. Weiterlesen #3 Bose SoundTouch“

#2 Goliath

Den ersten Arbeitstag des neuen Jahres verbrachte ich größtenteils auf meiner Couch. Es war Bingewatching angesagt. Eher zufällig suchte ich mir hierzu eine Serie aus, deren verfügbaren Episodenbestand man an einem einzigen Urlaubstag tatsächlich wunderbar verkonsumieren kann: Die Amazon-Serie „Goliath“ mit dem grandiosen Billy Bob Thornton.

Und darum geht es: Billy McBride ist scheinbar eine hoffnungslos gescheiterte Existenz. Der ehemalige Spitzenanwalt ist zum geschiedenen Säufer mutiert, dessen beste Freunde ein streunender Hund und eine junge drogenabhängige Prostituierte sind. Als ein als Selbstmord abgestempelter Todesfall mit mysteriösen Begleitumständen an ihn herangetragen wird, leckt er Blut und legt sich mit seiner ehemaligen Großkanzlei an, die noch immer seinen Namen trägt. Der offensichtlich aussichtslose Kampf Davids gegen Goliath beginnt.

„Goliath“ ist eine hervorragend besetzte Anwaltsserie, die nicht auf Hochglanz poliert und trotzdem – oder gerade deswegen – perfekt in Szene gesetzt ist. Neben Billy Bob Thornton in der Rolle der abgestürzten Hauptfigur, die sich mühsam aus dem Sumpf des Alkoholismus hochzuziehen und einen Multimilliarden-Dollar-Konzern zur Verantwortung zu ziehen sich abmüht gefiel mir vor allen Dingen Molly Parker („House of Cards“) als eiskalte und skrupellose Karriereanwältin. Hinzu kommen weitere wundervoll gezeichnete Charaktere, die zum Teil echte Abscheu in mir hochkommen ließen, wie etwa William Hurt als scheinbar allmächtige Verkörperung des Bösen, das sprichwörtlich in der Dunkelheit lauert und die teuflischen Strippen zieht, oder dessen von Olivia Thirlby verkörpertes „Werkzeug“ Lucy Kittridge.

Kurzum: Kein Moment der Langeweile kam auf in den bisher verfügbaren acht Episoden der ersten Staffel dieses Amazon Originals. Mitreißende Charaktere, verwoben in einer spannenden Story um Macht, Geld und das Verschwimmen von Recht und Unrecht in einer ungerechten Welt. Am Ende bleiben nicht nur moralische Fragezeichen stehen. Auch ob es eine zweite Staffel geben wird und ob und wie diese an den packenden Handlungsbogen der ersten wird anknüpfen können, bleibt einstweilen ungeklärt.

„Goliath“ kann über Amazon Prime Video (das heißt für Kunden von Amazons Prime-Dienst) kostenfrei angeschaut werden. Und sollte es auch.

#1 Frohes Neues. Jede Woche einer.

Ich wünsche ein fohes neues Jahr 2017!

Nach langer Abstinenz wage ich mal wieder einen Anlauf. Es ist nicht der erste Versuch, regelmäßig zu bloggen und etwas mehr oder weniger Lesenswertes in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen hier zu veröffentlichen. Für den Anfang habe ich mir das meines Erachtens einigermaßen realisitische Ziel gesetzt, jede Woche mindestens einen Beitrag zu verfassen und zu publizieren. Thema? Länge? – Egal.

Einzige Regel: Zur Selbstkontrolle wird der jeweils erste Post in einer Kalenderwoche mit einer Nummer versehen (#1, #2 usw.).

Am Ende des Jahres müsste ich dann bei #52 ankommen. Also kein Schummeln durch SPAM-artige Vielfach-Posts in einer Woche der Langeweile o. ä.

Noch bin ich zuversichtlich, dass ich es einigermaßen hinbekomme, meine Gedanken zu ordnen und dann auch noch die Energie aufbringe, sie in Worte zu gießen. Es wäre nicht mein erster einschlafender Blogging-Versuch und es wird, so sich das Schicksal meiner bisherigen Blogs wiederholt, sicherlich auch nicht der letzte sein. Schauen wir mal, wie sich die Dinge entwickeln.

Zu Beitrag Nummer eins hat es ja schon einmal gereicht.