#10 Die Schöne und das Biest

Wer mich kennt, weiß: Ich liebe Disney-Filme. Und damit meine ich insbesondere die Klassiker vor und aus meiner Kindheit und Jugend. Dazu gehört definitiv „Die Schöne und das Biest“. Dementsprechend begegnete ich der aktuell im Kino laufenden so genannten Realverfilmung mit einer Mischung aus kindlicher Vorfreude (ja, so was kriege ich auch mit knapp dreißig Jahren noch zusammen) und Skepsis. Denn wenn in den vergangenen Jahren von „Remakes“ die Rede wahr, steckte nicht selten eine zwar bildgewaltige, aber gegenüber dem Original respektlose Verschandelung dahinter.

Nicht so bei „Die Schöne und das Biest“. Dieser Film ist ein Meisterwerk. Er lässt der Zeichentrick-Version, dem magischen Kunstwerk aus dem Jahr 1991, unangetastet ihren verdienten Platz in unseren Herzen und zollt ihr mit wunderschönen Bildern, einer behutsam wiedererzählten Geschichte und unglaublich vollkommener Musik Tribut.

Ich habe mehrfach geweint. Mal, weil mich Kindheitserinnerungen packten. Mal, weil der wundervoll arrangierte Soundtrack ohne Umwege ins Herz ging. Weiterlesen #10 Die Schöne und das Biest“

Microsoft, huh?

Es ist schon eine ganze Weile her, seit ich diesen Werbespot zum ersten Mal sah. Die Webseite und das Programm „Songsmith“ gibt es offensichtlich noch immer.

Bemerkenswert, neben den grausamen Liedern und der unterirdischen schauspielerischen Leistung, sind für mich besonders zwei Dinge an diesem unfreiwillig komischen Video:

  1. Die Aussage des „Bandleaders“ (ein richtiger Rocker, der Gute): „Microsoft, huh? So, it’s pretty easy to use…“
  2. Familie Singsang trägt in diesem Video von Microsoft (!) zu einem Programm von Microsoft (!) die ganze Zeit ein MacBook Pro (inzwischen älterer Generation) von Apple (!) durch die Gegend, was man trotz der aufgeklebten Prilblumen sofort erkennt.

Mit diesem Kleinod wünsche ich euch ein schönes Wochenende!

#2 Goliath

Den ersten Arbeitstag des neuen Jahres verbrachte ich größtenteils auf meiner Couch. Es war Bingewatching angesagt. Eher zufällig suchte ich mir hierzu eine Serie aus, deren verfügbaren Episodenbestand man an einem einzigen Urlaubstag tatsächlich wunderbar verkonsumieren kann: Die Amazon-Serie „Goliath“ mit dem grandiosen Billy Bob Thornton.

Und darum geht es: Billy McBride ist scheinbar eine hoffnungslos gescheiterte Existenz. Der ehemalige Spitzenanwalt ist zum geschiedenen Säufer mutiert, dessen beste Freunde ein streunender Hund und eine junge drogenabhängige Prostituierte sind. Als ein als Selbstmord abgestempelter Todesfall mit mysteriösen Begleitumständen an ihn herangetragen wird, leckt er Blut und legt sich mit seiner ehemaligen Großkanzlei an, die noch immer seinen Namen trägt. Der offensichtlich aussichtslose Kampf Davids gegen Goliath beginnt.

„Goliath“ ist eine hervorragend besetzte Anwaltsserie, die nicht auf Hochglanz poliert und trotzdem – oder gerade deswegen – perfekt in Szene gesetzt ist. Neben Billy Bob Thornton in der Rolle der abgestürzten Hauptfigur, die sich mühsam aus dem Sumpf des Alkoholismus hochzuziehen und einen Multimilliarden-Dollar-Konzern zur Verantwortung zu ziehen sich abmüht gefiel mir vor allen Dingen Molly Parker („House of Cards“) als eiskalte und skrupellose Karriereanwältin. Hinzu kommen weitere wundervoll gezeichnete Charaktere, die zum Teil echte Abscheu in mir hochkommen ließen, wie etwa William Hurt als scheinbar allmächtige Verkörperung des Bösen, das sprichwörtlich in der Dunkelheit lauert und die teuflischen Strippen zieht, oder dessen von Olivia Thirlby verkörpertes „Werkzeug“ Lucy Kittridge.

Kurzum: Kein Moment der Langeweile kam auf in den bisher verfügbaren acht Episoden der ersten Staffel dieses Amazon Originals. Mitreißende Charaktere, verwoben in einer spannenden Story um Macht, Geld und das Verschwimmen von Recht und Unrecht in einer ungerechten Welt. Am Ende bleiben nicht nur moralische Fragezeichen stehen. Auch ob es eine zweite Staffel geben wird und ob und wie diese an den packenden Handlungsbogen der ersten wird anknüpfen können, bleibt einstweilen ungeklärt.

„Goliath“ kann über Amazon Prime Video (das heißt für Kunden von Amazons Prime-Dienst) kostenfrei angeschaut werden. Und sollte es auch.