Während die einigermaßen gebildete und sich bildende Bevölkerungsgruppe dieses Landes kopfschüttelnd auf die „journalistischen“ Totalausfälle der „Bild“ schaut, scheinen echte Journalisten keine Zweifel zu haben, was die Glaubwürdigkeit der auflagenstärksten Druckerschwärzeschleuder der Deutschen betrifft.
Ausschnitt von heute.de
Das ist mir schon des öfteren aufgefallen und jedes Mal muss ich mich wundern, dass offenbar keine besseren Quellen zur Verfügung stehen. Noch abstruser scheint, dass Personen des Zeitgeschehens offenbar nur der „Bild“ Interviews geben. Fragezeichen.
Irgendwie habe ich als bekennender Sportmuffel einen Narren an den diesjährigen Olympischen Spielen gefressen. Ich lasse die Videos für sich sprechen, die ich soeben bei YouTube aufgabelte:
Ja, ich muss zugeben, so weit hatte ich gestern gar nicht gedacht, als ich über die Olympia-Farce 2008 im kommunistischen China wetterte. Nun hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) IOC-Präsident Jacques Rogge zum Rücktritt aufgefordert, weil er einmal mehr (und einmal zu viel) vor den chinesischen Machthabern eingeknickt sei. Ich persönlich halte das für keine schlechte Idee. Sägen wir doch die Ja-Sager ab und setzen so ein deutliches Zeichen dafür, auf welcher Seite wir stehen.
Noch besser finde ich die Forderung der Organisation nach verbindlichen Menschenrechtsstandards für die Vergabe der Spiele. Solche Standards würden verhindern, dass in Zukunft die Spiele wieder an ein Land wie China vergeben werden, das die Menschenrechte mit Füßen tritt.
Wer wie ich zum ersten Mal von der GfbV gehört hat und sich über die Organisation informieren möchte, sei an dieser Stelle auf deren Homepage verwiesen. Leserinnen und Leser in China haben darauf selbstverständlich zensurbedingt keinen Zugriff.
Es hat nichts mit meiner grundsätzlichen Sportaversion zu tun, dass sich mir angesichts der bevorstehenden Olympischen Spiele in Peking der Magen umdreht. Denn Olympia 2008 setzt ein Mahnmal, welches uns daran erinnert, dass freie Meinungsäußerung, Pressefreiheit und Menschenrechte im Angesicht wirtschaftlicher und politischer Interessen in den Hintergrund treten müssen. By the way: Ich war und bin für einen totalen Boykott der Olympischen Spiele 2008 in der geschlossenen Propagandamaschinerie.
Dass ein totalitäres politisches System freiheitliche Prinzipien als lästiges Übel zu unterdrücken sucht, verwundert nicht. Dass Nationen, die auf diesen Grundsätzen basieren und diese zu wahren sich auf die Fahnen schreiben, im wahrsten Sinne des Wortes mitspielen, ist ein Skandal.
Uneingeschränkte Berichterstattung und Recherche wird ausländischen Journalisten in China nicht zugestanden. Zu viel Angst haben die Machthaber vor unliebsamer Publicity, wollen sie doch ihr Land als aufstrebende Wirtschaftsnation präsentieren. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) protestierte kaum vernehmbar, doch wenige Tage vor den Spielen wird man sich hüten, kritische Töne anzuschlagen und so tut Präsident Jacques Rogge das, was er in diesen Zeiten offenbar am besten kann: klein beigeben. [via] Ganzen Beitrag lesen…
Ein Schrei des Jubels geht durch deutsche Eckkneipen: Es darf wieder gequarzt werden – zumindest teilweise und vorläufig. Denn das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat die Regelungen zum Rauchverbot in Gaststätten und die in den meisten Ländern geltenden Ausnahmebestimmungen am Vormittag in einer Grundsatzentscheidung für teilweise verfassungswidrig erklärt. Das oberste deutsche Gericht hält insbesondere die Schlechterstellung von Ein-Raum-Kneipen, die keinen Platz für einen abgetrennten Raucherbereich haben, für nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Bis zum 31. Dezember 2009 muss nachgebessert werden, zwischenzeitlich gilt eine Übergangsregelung.
Das Urteil bezieht sich zunächst auf Berlin und Baden-Württemberg, aber auch viele andere Länder haben bereits ein Einlenken signalisiert. So sollen beispielsweise in Hessen die Verstöße gegen das Rauchverbot in Eckkneipen toleriert werden, wenn diese den Vorgaben der Karlsruher Richter entsprechen: Ganzen Beitrag lesen…
Viel zu selten tue ich hier meine politische und gesellschaftliche Meinung kund. Ich weiß auch nicht, woran es liegt. Meist wohl daran, dass ich zu faul bin und nicht daran, dass ich Angst habe Leser anderer Couleur durch reißerische Beiträge zu verlieren. Korrigiert mich, bevor ihr mich aus den Bookmarks löscht, sollte ich falsch liegen.
Heute geht es um den US-Wahlkampf, in dem wir Deutsche ja indirekt kräftig mitmischen. Immerhin inszenierten Barack Obamas (Demokraten) Lakeien eine bildgewaltige Rede des Kandidaten vor der Siegessäule in Berlin, zu der ein erklecklicher Teil der Hauptstadtbevölkerung bereitwillig pilgerte, um diesen charismatischen Mitt- bis Endvierziger in fremden Zungen sprechen zu hören. Immerhin berichteten deutsche wie US-amerikanische Medien samt und sonders live von diesem denkwürdigen (wie langweiligen) und so gar nicht historischen Ereignis. Und alle sind so glücklich, dass die Amis uns nicht mehr vor vollendete Tatsachen stellen, sondern uns vor der Wahl zeigen, was die Welt erwartet. Sehr nett.
Alle sind glücklich? – Weit gefehlt. Gegenkandidat John McCain (Republikaner) hat erwartungsgemäß was quer sitzen und bemängelt, Obama hätte doch lieber diejenigen besuchen sollen, denen in einem der Kriege von Parteifreund George W. Bush die Arme, Beine oder andere Körperteile abhanden gekommen sind. Mr. McCain meint damit allerdings keine irakischen oder afghanischen minderjährigen Kriegswaisen, sondern US-Soldaten, die in Deutschland „stationiert“ sind. In diesem Zusammenhang lässt er die deutschen Obama-Fans von einem Sprecher als „kriecherische/unterwürfige Deutsche“ titulieren. [via sueddeutsche.de] Noch mal zum Mitschreiben: Auf der einen Seite das Befehle befolgende US-Kanonenfutter die Befehle befolgenden Kriegsveteranen, auf der anderen Seite Menschen, die einem charismatischen Präsidentschaftskandidaten zujubeln, der einfach weniger … republikanisch ist. Ganzen Beitrag lesen…
Ich hatte mich ja eigentlich davon distanziert, aber nun kann ich es mir doch nicht verkneifen, meine total aber auch so was von gar nicht auf Interesse an und Verständnis von Fußball basierende Meinung zur Europameisterschaft (UEFA EURO 2008™) kund zu tun.
In der Entscheidung, ob die deutschen Fans sich am kommenden Mittwoch in unseren Innenstädten mit Türken oder Kroaten kloppen dürfen, haben sich die Türken im Elfmeterschießen durchgesetzt. Das bedeutet, dass, egal wer gewinnt, die Fetzen fliegen werden und Leute wie ich, die halt so gar nichts mit Fußball am Hut haben (erwähnte ich das bereits?), zwar nach wie vor die Außenseiter, aber immerhin einigermaßen sicher zu Hause sein werden.
Und weil es Leute zu geben scheint, die darauf Wert legen, hier noch die Info aus der Kristallkugel: Deutschland wird natürlich Europameister. Das Halbfinale wird schon allein deshalb kein großes Problem für „uns“, weil die Türkei rein geographisch betrachtet ja gar nicht so wirklich überwiegend in Europa liegt. Logisch, oder?
Steht es nicht schon so in der Bibel? Klar also, dass ein seit einem Verkehrsunfall querschnittsgelähmter Mann nicht vor den Augen der katholischen Kirche heiraten kann, weil er keinen hoch kriegt. Klar auch, dass Gott von seinem Grundsatz, alle Menschen seien gleich, mal wieder eine Ausnahme macht. Wo kämen wir denn da auch hin? (via heute.de)
Aus Protest austreten kann der ungerecht behandelte ja schließlich auch nicht. Höchstens ausrollen. Aus einer Kirche, für die Fortpflanzung das einzig Wahre ist und die diese deshalb ihren Priestern verbietet. Gruß an dieser Stelle an die vielen Söhne und Töchter der katholischen Priester. Ein Schelm, wer an Heuchelei denkt.
Wo bleiben eigentlich die pro-religiösen Kommentare? Irgend einer von denen wird doch wohl schon einen Computer haben, oder nicht?
Das war dann doch ein kleiner Schock heute. Nachdem vorgestern der hessische Landtag bzw. die darin vertretene so genannte linke Mehrheit aus SPD, Grünen und Linkspartei die Studiengebühren per Gesetz gegen die Stimmen der regierenden CDU und der FDP gekippt hatte, sieht seit heute Nachmittag wieder alles anders aus. Der geschäftsführend amtierende Ministerpräsident Roland Koch (CDU) verweigerte seine Unterschrift, weil das Gesetz grobe Fehler aufweise.
Tatsächlich fehlt, wenn ich es richtig verstanden habe, lediglich ein Passus, der konkret die letztmalige Erhebung der Gebühren im momentan laufenden Sommersemester 2008 formuliert. Dieser Patzer kommt Roland Koch natürlich sehr gelegen, zeugt er doch von der unsauberen Arbeit der Oppositionsfraktionen bei der hastigen Ausarbeitung ihres Gesetzesentwurfs. Allen voran blamierte sich die noch immer potentielle Ministerpräsidentinnenkandidatin in Spe oder auch nicht Andrea Ypsilanti (SPD).
Nun wird geflickt. In einer außerordentlichen Sitzung in knapp zwei Wochen will der Landtag die fehlenden Formulierungen ergänzen und so die verfassungsmäßigkeit des Gesetzes sicherstellen. Über die der Gebühren an sich entscheidet bereits kommende Woche der hessische Staatsgerichtshof. Verneint er sie, bekommen „wir“ die bereits bezahlten Gebühren von mittlerweile immerhin 1000 Euro alle wieder zurück.
Trotzdem, der Schreck sitzt erst mal tief und Herr Koch kann heute Abend bestimmt vor Lachen nicht einschlafen.
Jo Mai, es ist ja scho Mai. Ich wünsche allen Leserinnen einen erhol- und einsamen Maifeiertag (Tag der Arbeit) und allen Lesern einen schönen Vatertag. Der ist nämlich heute dank vorgezogenem Christi Himmelfahrt auch gleich noch. Frechheit, so klaut man uns einen Feiertag.
Und allen, die morgen keinen Brückentag genießen dürfen, herzliches Beileid. Ihr seid ja gleich doppelt angeschmiert.
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