Ein Schrei des Jubels geht durch deutsche Eckkneipen: Es darf wieder gequarzt werden – zumindest teilweise und vorläufig. Denn das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat die Regelungen zum Rauchverbot in Gaststätten und die in den meisten Ländern geltenden Ausnahmebestimmungen am Vormittag in einer Grundsatzentscheidung für teilweise verfassungswidrig erklärt. Das oberste deutsche Gericht hält insbesondere die Schlechterstellung von Ein-Raum-Kneipen, die keinen Platz für einen abgetrennten Raucherbereich haben, für nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Bis zum 31. Dezember 2009 muss nachgebessert werden, zwischenzeitlich gilt eine Übergangsregelung.

Das Urteil bezieht sich zunächst auf Berlin und Baden-Württemberg, aber auch viele andere Länder haben bereits ein Einlenken signalisiert. So sollen beispielsweise in Hessen die Verstöße gegen das Rauchverbot in Eckkneipen toleriert werden, wenn diese den Vorgaben der Karlsruher Richter entsprechen:
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Viel zu selten tue ich hier meine politische und gesellschaftliche Meinung kund. Ich weiß auch nicht, woran es liegt. Meist wohl daran, dass ich zu faul bin und nicht daran, dass ich Angst habe Leser anderer Couleur durch reißerische Beiträge zu verlieren. Korrigiert mich, bevor ihr mich aus den Bookmarks löscht, sollte ich falsch liegen.

Heute geht es um den US-Wahlkampf, in dem wir Deutsche ja indirekt kräftig mitmischen. Immerhin inszenierten Barack Obamas (Demokraten) Lakeien eine bildgewaltige Rede des Kandidaten vor der Siegessäule in Berlin, zu der ein erklecklicher Teil der Hauptstadtbevölkerung bereitwillig pilgerte, um diesen charismatischen Mitt- bis Endvierziger in fremden Zungen sprechen zu hören. Immerhin berichteten deutsche wie US-amerikanische Medien samt und sonders live von diesem denkwürdigen (wie langweiligen) und so gar nicht historischen Ereignis. Und alle sind so glücklich, dass die Amis uns nicht mehr vor vollendete Tatsachen stellen, sondern uns vor der Wahl zeigen, was die Welt erwartet. Sehr nett.

Alle sind glücklich? – Weit gefehlt. Gegenkandidat John McCain (Republikaner) hat erwartungsgemäß was quer sitzen und bemängelt, Obama hätte doch lieber diejenigen besuchen sollen, denen in einem der Kriege von Parteifreund George W. Bush die Arme, Beine oder andere Körperteile abhanden gekommen sind. Mr. McCain meint damit allerdings keine irakischen oder afghanischen minderjährigen Kriegswaisen, sondern US-Soldaten, die in Deutschland „stationiert“ sind. In diesem Zusammenhang lässt er die deutschen Obama-Fans von einem Sprecher als „kriecherische/unterwürfige Deutsche“ titulieren. [via sueddeutsche.de] Noch mal zum Mitschreiben: Auf der einen Seite das Befehle befolgende US-Kanonenfutter die Befehle befolgenden Kriegsveteranen, auf der anderen Seite Menschen, die einem charismatischen Präsidentschaftskandidaten zujubeln, der einfach weniger … republikanisch ist.
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Das war dann doch ein kleiner Schock heute. Nachdem vorgestern der hessische Landtag bzw. die darin vertretene so genannte linke Mehrheit aus SPD, Grünen und Linkspartei die Studiengebühren per Gesetz gegen die Stimmen der regierenden CDU und der FDP gekippt hatte, sieht seit heute Nachmittag wieder alles anders aus. Der geschäftsführend amtierende Ministerpräsident Roland Koch (CDU) verweigerte seine Unterschrift, weil das Gesetz grobe Fehler aufweise.

Tatsächlich fehlt, wenn ich es richtig verstanden habe, lediglich ein Passus, der konkret die letztmalige Erhebung der Gebühren im momentan laufenden Sommersemester 2008 formuliert. Dieser Patzer kommt Roland Koch natürlich sehr gelegen, zeugt er doch von der unsauberen Arbeit der Oppositionsfraktionen bei der hastigen Ausarbeitung ihres Gesetzesentwurfs. Allen voran blamierte sich die noch immer potentielle Ministerpräsidentinnenkandidatin in Spe oder auch nicht Andrea Ypsilanti (SPD).

Nun wird geflickt. In einer außerordentlichen Sitzung in knapp zwei Wochen will der Landtag die fehlenden Formulierungen ergänzen und so die verfassungsmäßigkeit des Gesetzes sicherstellen. Über die der Gebühren an sich entscheidet bereits kommende Woche der hessische Staatsgerichtshof. Verneint er sie, bekommen „wir“ die bereits bezahlten Gebühren von mittlerweile immerhin 1000 Euro alle wieder zurück.

Trotzdem, der Schreck sitzt erst mal tief und Herr Koch kann heute Abend bestimmt vor Lachen nicht einschlafen.

Bericht zum Thema bei heute.de

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Und erstens kommt es anders, als man meistens zweitens denkt. Das musste nun auch die als Wortbrecherin gescholtene SPD-Spitzenkandidatin in Hessen, Andrea Ypsilanti, am eigenen Leib erfahren. Schön waren die Aussichten für sie noch bis gestern. Ministerpräsidentin, gewählt mit den Stimmen der SPD, der Grünen und der Linkspartei im hessischen Parlament. Eine Minderheitsregierung zusammen mit den Grünen, unterstützt von Antrag zu Antrag mit einer variablen Mehrheit. Den Wortbruch würde man schon irgendwann vergessen. Dann kam aber Dagmar Metzger und machte ihr einen Strich durch die Rechnung.

Die SPD-Abgeordnete kündigte an, sie werde Frau Ypsilanti die Stimme bei der Wahl zur Ministerpräsidentin verweigern. Damit drohte die knappe Rot-rot-grün-Mehrheit zu kippen. Nun schmeißt Ypsilanti hin.

Frohlocken ist jetzt nun aber nicht angesagt: Momentan sieht alles danach aus, als bliebe die CDU-Regierung unter Ministerpräsident Roland Koch geschäftsführend im Amt. Ob das – auch hier ohne Mehrheit im neuen Parlament ab April – eine Dauerlösung ist, wird sich zeigen. Eins heißt es bestimmt: Die Studiengebühren, die die SPD abschaffen wollte, bleiben vorerst. Und Koch bleibt Regierungschef. Man sollte sich halt nicht zu früh freuen.

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Überraschendes geht vor in Hessen. Nachdem die Wähler sich im Januar dazu entschlossen hatten, die eingerosteten Zahnräder des gewohnten Koalitionsgefüges zum Knarren zu bringen, mussten auch diejenigen aufeinander zu gehen, die sich sonst so gar nicht verstehen – oder es einfach nie versucht hatten.

Überraschung Nummer eins: Andrea Ypsilanti will nun doch um jeden Preis Ministerpräsidentin werden. Na, zumindest der Preis eines gebrochenen Versprechens, das sie vor und nach der Wahl medienübergreifend an die tausend Mal abgab, scheint nicht zu hoch zu sein: Die Linken dürfen sie und ihre Minderheitsregierung mit den Grünen dulden. Wer hätte schon damit gerechnet? – Außer Frau Ypsilanti und Herr Beck wohl so ziemlich jeder. Wenn die Macht zum Greifen nah ist, dann treten einst hoch gehaltene Prinzipien schnell mal in den Hintergrund.
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27. Januar, 22:27 Uhr

22:27

Januar
27

Landtagswahl in Hessen (Update)

Zur Feier des Tages nun auch mal wieder ein politischer Beitrag von meiner Seite. Heute haben wir Hessen den Landtag gewählt – genau wie die Leute in Niedersachsen. Nur dass es bei uns auch um diese späte Uhrzeit noch wesentlich spannender ist. Wer hat denn nun gewonnen? – Also ich denke, die SPD. Liegt sie nach der letzten Hochrechnung der Forschungsgruppe Wahlen von 21:58 Uhr mit 36,9% auch nur 0,3 Punkte vor der CDU, kann man im Vergleich zum desolaten Ergebnis der letzten Wahl vor fünf Jahren von einem klaren Sieg der Roten sprechen. Auch wenn Wolfgang Clement (SPD) Roland Koch (CDU) viel lieber mag als Andrea Ypsilanti (SPD). Wie auch immer.

Ich bin selbstverständlich auch zur Urne gegangen, die sich als graue Mülltonne entpuppte. Hoffentlich kein schlechtes Omen. Und was hat der Flo gewählt? Soll ich es wirklich verraten? Na, ich sage mal so viel: Ich finde Studiengebühren einfach doof und die Farbe Schwarz gehört auf den Friedhof und nicht in den Landtag.

Glückwunsch, Frau Ypsilanti!

Update (23:30): Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis liegt die SPD 0,1% hinter der CDU. Trotzdem bedeutet dieses Ergebnis einen herben Rückschlag für Roland Kochs Rüpelpolitik der letzten Wochen. Die Regierungsbildung ist aufgrund der durchwachsenen Ergebnisse der kleinen Parteien und dem Einzug der Linkspartei in den Wiesbadener Landtag noch völlig offen.

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02. November, 22:48 Uhr

22:48

November
02

Die Apfelwein-Diktatur

Weil die Damen und Herren von der EU-Kommission offensichtlich zu viel Zeit, daraus resultierende psychische Probleme und zu dicken Stuhlgang haben, wollen sie jetzt den Apfelwein, das hessische Nationalgetränk, seines Namens berauben. „Wein“, so die Führer Bürokratenschweine Bürokratenmonster Leute in Brüssel, dürfe nur heißen, was aus Trauben gepresst wurde. Was das ganze bringen und wie es uns vor Klimakatastrophen, Hungersnöten, Epidemien und Kriegen bewahren soll, ist leider noch nicht durchgedrungen.

Tut mir leid, wenn das jetzt total unsachlich und emotional rüberkam. Ich trinke Apfelwein nicht gerade für mein Leben gern, nur hin und wieder mal. Aber kotzen könnte ich trotzdem bei der Vorstellung, dass uns jemand vorschreibt, wie wir ein uraltes Getränk zu nennen haben. Die Würde des Weines ist unantastbar.

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Ab morgen darf in meinem Heimatbundesland Hessen in Gaststätten und anderen öffentlichen Räumlichkeiten nicht mehr geraucht werden. Unter dem spritzig-prägnant klingenden Banner des „Nichtraucherschutzes“ wird Gastwirten salopp gesagt das Zepter der Eigenverantwortung aus der Hand und unter Umständen der rauchenden Gäste Umsatz aus der Kasse genommen. Ein ausgewählter Personenkreis, immerhin gut ein Viertel der deutschen Gesamtbevölkerung (via Wikipedia), würde das womöglich lieber „Raucherdiskriminierung“ nennen. Aber lassen wir die kleinkarierten Wortspiele bleiben.

Fragwürdige Details

Denn immerhin bestätigen Ausnahmen die Regel und so auch das HessNRSG (Hessisches Nichtraucherschutzgesetz – PDF). In abgetrennten Nebenräumen darf nämlich weiterhin gequalmt werden. Ein permanenter Luftaustausch mit dem Rest der Welt der Gaststätte muss jedoch ausgeschlossen sein. Wenn die Raucher also ersticken wollen, dann doch bitte schön unter sich. „In der Regel wird dies dadurch erfüllt, dass der Raucherraum durch eine Tür abgetrennt wird, die nur zum Zwecke des Betretens und Verlassens des Raumes geöffnet werden darf.“, heißt es in einem Infoblatt des hessischen Sozialministeriums (PDF).

Weiterhin ausgenommen von dem Rauchverbot in so genannten Gaststätten sind übrigens Festzelte, die nicht länger als 21 Tage stehen. Warum im Gegensatz zur Bierkneipe in der Ecke ohne Zukunft in Zukunft der Schutz der Nichtraucher weniger wichtig ist bzw. drei Wochen warten muss, ist mir nicht ganz klar. Mag vielleicht nach Willkür aussehen, ist es bestimmt vielleicht auch, weiß ich aber nicht. Möglicherweise hat man aber auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse so entschieden, nach denen der sich unter dem Zeltdach ansammelnde Rauch nach drei Wochen bis zur normalen Nasenhöhe eines durchschnittlichen Nichtrauchers herunterreicht. (Ich war in Naturwissenschaften noch nie gut.)
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21. September, 18:12 Uhr

18:12

September
21

Danke, Frau Pauli.

Das war es dann wohl endgültig. Als sie gegen Stoiber rebellierte, ihn schließlich in die Knie zwang, konnte die mir bis dahin so gut wie völlig unbekannte Gabriele Pauli ja noch einigermaßen punkten. Als emanzipierte, unabhängige Frau, die sich von einer männerdominierten Tretmühle wie der CSU-Parteispitze nicht unterbuttern lässt. Nun aber, so scheint es, hat sich Gabis Geltungsbedürfnis zu einem ungesunden Öffentlichkeitswahn entwickelt. Da wollte sie sich doch tatsächlich vor Publikum auf dem Oktoberfest scheinköpfen lassen.

Und nun die Forderung nach zeitlich befristeten Ehen. Klar, dass der Aufschrei in der mehr als nur konservativen CSU groß ist. Man stelle sich vor, ein Grünenpolitiker fordere die nukleare Bewaffnung der Bundesrepublik. Oder den Abschuss von Terrorflugzeugen. Absurd. Und dabei verspielt Frau Pauli ihren Ruf als ernstzunehmende Politikerin völlig umsonst. Schließlich befristen sich viele Ehen von ganz alleine. Und das oft auf weniger als sieben Jahre.

Arme Gabriele. Hätte sie in den vergangenen Wochen Zeitung gelesen, obwohl mal nix über sie drin stand, wüsste sie welche Auswirkungen absurde Äußerungen zum Thema Familienpolitik haben. Eva Hermans Verfallsdatum war ganz schnell erreicht. Ihr Sender NDR ließ sich quasi scheiden. Immerhin hielt die Ehe fast 20 Jahre.

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Ich möchte diese Gedanken, diese Fragen hier einfach mal aufwerfen. Eine eideutige Antwort ist mir bisher noch nicht eingefallen. Wenn Terroristen eine Passagiermaschine entführen und somit unschuldige Menschen zum Werkzeug ihrer verabscheuungswürdigen Machenschaften machen, ist das entsetzlich und mit Nichts zu rechtfertigen.

Wenn ein Politiker den Befehl gibt, dieses Flugzeug abzuschießen, um so mögliche Opfer am Boden zu schützen, werden dabei auch Unschuldige getötet. Die Frage ist, ob es allein dadurch besser ist, dass sie aus einem anderen, nobleren Grund gestorben sind oder ob der Weg der Richtige ist, bei dem einfach weniger Leute sterben.

Bekämpfen wir Terrorismus, wenn wir in einer konkreten Gefahrensituation selbst auf unsere eigenen Mitmenschen schießen?
Oder haben die Verbrecher dann ihr Ziel erreicht?

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